Pressestimmen
Von Australien an die Alster Die Dirigentin Simone Young

Ralf Plegers Porträt der australischen Dirigentin Simone Young greift weit über die Aktualität hinaus: Einfühlsam zeigt es eine Powerfrau, die mit allen Sinnen Kulturmensch ist. Ob sie in Berlin während Mozarts ,,Cosi fan tutte" selbst am Hammerflügel mitspielt und dabei kleine Gags wie ein Beatles-Zitat einbaut (,,Mozart hat es genauso gemacht!"), ob sie in Wien Wagner wuchtet, in Hamburg Beethoven probt oder nur mit Ehemann Greg beim Heimaturlaub nahe Sydney die Natur genießt: Ihre Energie wirkt grenzenlos. Kluge Gegenüberstellungen von Probenmühe und klingendem Ergebnis machen den seltsamen Job des Dirigenten anschaulicher.
DER SPIEGEL, 17. Oktober 2005


Ein schöner Rücken kann bekanntlich auch entzücken. Doch entschieden spannender ist es, wenn man von Dirigenten zu sehen bekommt, was ansonsten verborgen bleibt. Erst der Blick von vorn und Einblicke ins Persönliche runden die Teilperspektive des Zuhörers zu einem Gesamtbild ab. ... Dass Simone Young aber außerdem eine sehr talentierte, sehr ehrgeizige, sehr zielstrebige Dirigentin ist, die sich durch ihr Engagement in Hamburg entscheidende Karriere-Impulse erhofft, zeigt die andere Seite des Porträts. Ihr wichtigster Mentor Daniel Barenboim kommt wohlwollend zu Wort, Plácido Domingo glänzt in seiner Paraderolle als graumelierter Charmeur, und selbst Wiens Staatsopernchef Ioan Holender, ansonsten kein Freund von schmähfreier Eindeutigkeit, kann nicht anders als Youngs zupackende Art zu loben. Einblicke in diverse Operngräben und Probesäle belegen, was man in den letzten Wochen in Hamburg mit Nachdruck vorgeführt bekam: Die Frau weiß, was sie will.
Hamburger Abendblatt, 22. Oktober 2005


So kann sich der Zuschauer nicht nur ein Bild von dieser ausdrucksstarken Frau machen, er erfährt auch manches über die Geheimnisse der Dirigierkunst. Und all das ist überaus liebevoll fotografiert. ... Selbst Menschen, die mit Oper nicht so viel am Hut haben, werden von Youngs Begeisterung angesteckt.
Märkische Oderzeitung, 22. Oktober 2005