Pressestimmen
WAGNERWAHN

WAGNERWAHN: ein radikales Fernsehexperiment. Der Filmessay mit Samuel Finzi und Pegah Ferydoni ist unbedingt sehenswert. Brillante Bilder, schnelle, harte Schnitte, raffiniertes Design. Fantastisch ist das alles, im wahrsten Sinne des Wortes. ... Sind das hier noch Richard Wagner und Gattin Cosima, die in Hassliebe einander verbunden, bis der Tod in Venedig sie schied, wie hemmungslose Racheengel durchs flotte Dekor spuken, um gegen jede Gewohnheit so ganz anders auszusehen, viel moderner, viel unberechenbarer? ... Darf man das? Ausgerechnet mit einer Jahrhundertgestalt wie diesem Komponisten? ... Man darf nicht nur, man muss. Dringend. Und mindestens so radikal, wie dieses Experiment daherkommt und gelingt. ... "Kinder, schafft Neues", schrieb Wagner zu Lebzeiten, und "Hier gilt's der Kunst". Endlich traut sich mal jemand, diese Ansage für die Monitore der Gegenwart konsequent in Angriff zu nehmen.
HAMBURGER ABENDBLATT

Ein aufwändiges Musikdokuexperimentalfilm-Gesamtkunstwerk. ... Ein irisierender Biopic-Mix aus suggestiven Bildern, Wagner-Klängen, trocken-humorigen Schauspielszenen, Cartoon-Sequenzen, O-Tönen von bekannten Wagner-Experten, biografischem Text auf dem Off. ... Ausgerechnet mit dem Tod in Venedig des Schöpfers von "Ring" und "Lohengrin" beginnt der multimediale Collage-Bogen. Und erzählt das umstürzlerische, rauschhafte, im wahrsten Wort nah am Wahnsinn gebaute Leben des deutschen Großkomponisten. ... Eine Doku, die in Wort, Musik und Optik die überwältigende und irritierende Faszination Wagners auch für Menschen nachempfindbar macht, denen dieser Kosmos noch neu ist.
DER FOCUS

Schaurig dunkle Regennacht in Venedig, ein altmodisch läutendes Telefon, ein jugendlich anmutender Enddreißiger in Frauenkleidern: Richard Wagners Tod in der Lagunenstadt. ... Schon im Vorspann der Film-Phantasie "Wagnerwahn" des Musikfilmers Ralf Pleger wird klar, dass es hier nicht um ein authentisches Porträt des Komponisten Richard Wagner geht, sondern darum, neue mythentaugliche Charakterzüge des Genies durchzuspielen. Wagner, der in seinem 200. Geburtsjahr zur Projektionsfläche weitschweifender Thesen wird, scheint nun freigegeben für Phantasien aller Art. Ralf Plegers Film gehört dennoch zu den intelligenteren, inspirierenden Versuchen, Wagners Musik groß zu lassen und nur den Komponisten kleinzureden.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Optisch gelungene Animationen und Spielszenen mit Samuel Finzi und Cosima-Biograf Oliver Hilmes im coolen Sixties-Dekor.
DIE WELT


Wagners Leben, spannend wie ein Krimi.
AUGSBURGER ALLGEMEINE

Seifenoper im ganz großen Stil.
SÄCHSISCHE ZEITUNG

"Wagnerwahn"-Regisseur Ralf Pleger ist ambitioniert genug, den Richard gleich einem Poltergeist in Samt und Seide, wie in einem melodramatischen Film Noir zu inszenieren: In einer Limousine wird da der Komponist mit seiner Cosima durch die Neonlichtnacht kutschiert. Oder die beiden telefonieren in Split-Screen-Szenen. Und nur konsequent ist, dass Pegah Ferydoni ihre Cosima in Posen gibt, die auch Ava Gardner gut drauf hatte.
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

Raffinierte Filmschnitte und brillante Bilder. ... Ein künstlerisches Gesamtwerk, packend und äußerst sehenswert.
NORDWEST ZEITUNG

Origineller Mix aus Animationen, Spielszenen und Experteninterviews, die auch die dunklen Seiten des Komponisten thematisieren.
TV SPIELFILM

Ralf Pleger gliedert seinen musikbewegten Dokumentarfilm zu Wagner mit Roadmovie-Elementen. So mischt "Wagnerwahn" munter moderne Verkehrsadern und Stadtansichten mit elementaren Landschaftspanoramen und, in Krisenmomenten, mit symbolisch aufgeladenen Orten wie dem Tunnel, der sich, statt zum Licht am Ende, zunächst in Nebel öffnet. ... Vielerlei Expertenstatements, Stilelemente und Sichtweisen bringt Pleger in "Wagnerwahn" zusammen. Ansatzweise überträgt er die Leitmotivtechnik aus Wagners Opern auf den Dokumentarfilm. So durchzieht neben den Leitmotiven des Unterwegsseins und des rot-seidenen Narzissmus Wagners immer wieder das Zentralthema leidenschaftlichen Begehrens zwischen Wagner und Cosima den Film: "Wenn das ein Verbrechen ist, müssen wir es begehen", versichert der Komponist der jungen Frau nachdrücklich in leitmotivischer Wiederholung. Wenn sich so Monomanie, Reiserouten und Lebenslinien verschränken, entgeht auch Plegers Dokumentarfilm kunterbunter Beliebigkeit.
EPD MEDIEN

Die Filmsprache der fiktiven Spielszenen ist sehr intensiv.
FUNKKORRESPONDENZ

Ralf Pleger hat eine szenische Dokumentation geschaffen, die das Prädikat "der Film zum Wagnerjahr" mehr als verdient.
MDR ARTOUR

Im Gegensatz zu einem klassischen TV-Dokumentationsfilm mutet WAGNERWAHN wie eine Mischung aus Theaterprojekt, Fernseh- und Animationsfilm für ein jüngeres Publikum an. ... Gerade diejenigen unter uns, die in der Schule mit "Tristan und Isolde" oder dem "Rheingold" gequält wurden, werden ihren Spaß an Plegers Film haben.
MOVIEPILOT

"Wagnerwahn" nähert sich dem Schöpfer von "Ring des Nibelungen", "Lohengrin" und "Tannhäuser" auf der psychoanalytischen Ebene. ... Samuel Finzi spielt Richard Wagner. Besser noch: Ist Richard Wagner. Der Charakterdarsteller geht mit beängstigender Ekstase in seiner Rolle auf, wird aber von Cosima-Darstellerin Pegah Ferydoni an die Wand gespielt. Eine bessere Besetzung hätte sich kaum finden lassen. Pleger lässt Wagners Leben allerdings nicht nachspielen. Die Spielszenen finden in der Gegenwart statt. Die inszenierten Sequenzen sollen den Betrachter nicht ins 19. Jahrhundert, sondern in Wagners Seelenleben versetzen. ... Pleger drehte ferner an Originalschauplätzen, etwa Venedig oder Bayreuth. Am beeindruckendsten sind allerdings seine Kamerafahrten über die Alpen, untermalt mit Wagners pompöser Musik.
LEIPZIGER INTERNET ZEITUNG

In dem Doku-Drama verkörpert Pegah Ferydoni die "kongeniale Komplizin" des exzentrischen und chronisch finanzschwachen Künstlers, der im Februar 1883 in Venedig starb. Die Dokumentation versucht zu ergründen, was die beiden so untrennbar miteinander verband. Dazu öffnet Regisseur Ralf Pleger eine fiktive Ermittlungsakte. ... Die Geschichte des "Skandal-Pärchens" nimmt nicht ohne Grund so viel Platz in der 90-minütigen Produktion ein - schließlich steht der Stoff dem, was das klassische Hollywood-Melodram der 50er Jahre ausmacht, in nichts nach.
MÄRKISCHE ALLGEMEINE

Der Film ist eine kritische Hommage an die Modernität der "gnadenlosen Musik" des Leipzigers, der - hätte er in unserer Zeit gelebt - im Film sein ideales Medium gefunden hätte. In einem spannenden Mix aus Comic-Animationen, in der Gegenwart platzierten Spielfilmszenen und Interviews werden in knappen 90 Minuten Leben und Schaffen des "ernsthaftesten aller Komponisten" neu aufgerollt und für ein junges, anspruchsvolles Publikum auf völlig innovative Art erzählt. ... Die pikanten Dialoge sind Zitate aus Briefwechseln und Tagebüchern der Protagonisten. Samuel Finzi als Richard Wagner und Pegah Ferydoni als "Femme fatale"-Cosima rücken in den Mittelpunkt einer Story im Hollywood-Stil der 50er Jahre voller szenischer Überraschungen und Coups de théâtre.
TABULA RASA

Wagner in der Badewanne, antisemitische Parolen wiederkäuend, hatten wir meines Wissens noch nicht. Wagner und Cosima Zigarre rauchend, dass es erotisch nur so prickelt, auch nicht. Aber ich kann Ihnen versichern, es hat was - gerade weil bei den beiden gar nicht erst der Versuch gemacht wird, dass sie den historischen Protagonisten ähneln. Zu sehen ist das in dem TV-Film "Wagnerwahn". Dass der außergewöhnliche Dokumentarfilm in der Oper Leipzig präsentiert wurde, hatte gute Gründe. Die reinen Spielszenen wurden dort aufgenommen, im Opernhaus, das nach der Kriegszerstörung wiederaufgebaut wurde, mit einer inzwischen denkmalgeschützten Innenausstattung. Genau dieses stylische Ambiente aus den späten fünfziger Jahren in Wagners Geburtsstadt hat Regisseur Ralf Pleger bewogen, dort zu filmen - mit den ziemlich heutig wirkenden Darstellern Samuel Finzi und Pegah Ferydoni, die im Verlauf des neunzigminütigen Films immer wieder prägnante und überraschende Schlaglichter auf Richard und Cosima Wagner werfen. Wagners Vorliebe für schmeichelnde Seiden, Samt und Düfte wird hier endlich einmal nicht als peinliches Kuriosum, sondern als Selbstverständlichkeit, ja als wesentlich für seine Musik abgehandelt. ... Konzept und Ästhetik des Films sind erfrischend anders. Rasante Schnitte, spannende Naturbilder und Impressionen aus Wagners Wohnorten und die animierten Comicszenen lassen erkennen, dass die Macher bewusst ein Publikum im Auge haben, das jünger ist und sich vielleicht bisher nur wenig oder gar nicht mit Wagner beschäftigt hat. Was aber keineswegs heißt, dass der Film nichts hätte für einen fast alles zu kennen und zu wissen glaubenden Wagnerianer. Im Gegenteil! Schon die kleinen Irritationen, die er hin und wieder bietet, sind sehenswert.
INFRANKEN.DE

Es galt, jemanden zu finden, der einen filmischen Stil entwickeln kann, welcher für junge Zuschauer attraktiv ist, jedoch auf der Grundlage einer profunden Kenntnis von Wagners Werk. Die Lösung fand man in einem Regisseur mit breitem und gründlichem Wissen über klassische Musik: Ralf Pleger, ein deutscher Filmemacher mit musikwissenschaftlichem Hintergrund, der in seinen vorangegangenen Arbeiten Hochglanz und Bilddynamik mit einer klaren Vorstellung davon verband, welche Rolle klassische Musik im Film spielt. ... WAGNERWAHN spiegelt die Ebenen von sprachlichen Codes wider; der Film ist eine Mischform aus Doku-Drama und Ermittlungsverfahren, ergänzt mit animierten Cartoons und bereichert mit digitalen Landkarten und Split-Screens. Das Kräftespiel zwischen Richard und Cosima wechselt sich ab mit eindrucksvollen Szenen, in denen Wagners musikalische Steigerungen mit epischen Kamerafahrten über die Schweizer Alpen kombiniert werden. ... Während die Spielszenen in einer Art Nachkriegs-Milieu angesiedelt sind – eine Reminiszenz an das klassische Hollywood-Melodram –, findet die Ermittlung in einem modernen Multimedia-Labor statt, einem echten Ermittlungsraum, wo Historiker, Biographen und Musiker Wagners Werk und seinen überlebensgroßen Mythos sezieren: ein gefeierter Komponist, aber auch eine umstrittene Persönlichkeit. ... Obwohl ihm Wagners Musik aus seinem Studium vertraut war, näherte sich Pleger dem Projekt, indem er Biographien las und sich in die Originalquellen vertiefte, vor allem in Cosimas Biographie und Wagners Briefe. Er versuchte, sich in die Denkweise des Paares hineinzuversetzen, ihre Emotionen zu ergründen, ihr Verhalten zu studieren und ihre Worte zu benutzen, um dann die Dialoge für die fiktionalen Szenen zu schreiben. ... Finzis und Ferydonis Spiel wird von Faktenrekonstruktionen unterbrochen, von Animationen und digitalen Einlagen, die den Erzählfluss auflockern, bevor der glühend emotionale Schlagabtausch zwischen Richard und Cosima zum höhepunktartigen Finale führt.
DOX MAGAZINE