Synsopsis
Von Australien an die Alster Die Dirigentin Simone Young

Die australische Dirigentin Simone Young zählt zu den faszinierendsten Künstlern der internationalen Musikszene. „Glanz aus Sydney!“, schwärmte man an der Alster, als bekannt wurde, dass Simone Young ab September 2005 den Posten der Generalmusikdirektorin an der Hamburgischen Staatsoper übernimmt. „Keep Simone!“, appellierten derweil australische Fans in einer landesweiten Protestaktion, mit der noch in letzter Minute der Weggang der damaligen Chefdirigentin des Opernhauses Sydney verhindert werden sollte. Wer ist die Musikerin, um die sich Nord- und Südhalbkugel reißen?

Der Film begleitet Simone Young auf einer aufregenden Weltreise von Europa nach Australien und wieder zurück, durch die Metropolen Hamburg, Berlin, Wien und Sydney – einen Abstecher in den australischen Busch inbegriffen. An berühmten Opernhäusern wie der Wiener Staatsoper und dem Oper in Sydney beobachtet das Kamerateam die Arbeit der vielseitigen Künstlerin vor und hinter den Kulissen: Dazu gehören Proben und Aufführungen von so unterschiedlichen Werken wie Ludwig van Beethovens populärer Siebter Symphonie, Richard Wagners bombastischer „Götterdämmerung“, Allan Holleys quirligem Trompetenkonzert und Wolfgang Amadeus Mozarts turbulenter Oper „Così fan tutte“, die Simone Young vom Hammerklavier aus dirigiert.

Im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert war die internationale Dirigentenkarriere für eine Frau noch immer keine Selbstverständlichkeit. Simone Young war in dieser Hinsicht eine Vorreiterin – das Klischee vom Maestro hat die ebenso sympathische wie souveräne Musikerin längst über den Haufen geworfen. Ob auf dem Podium oder im Interview – ihre Ausdruckskraft ist bezwingend, ihre Begeisterung ist ansteckend. Im Film erzählt sie von ihrer Arbeit mit Orchestern und Sängern, von den Herausforderungen ihres Dreifachpostens als Intendantin, Generalmusikdirektorin und Chefdirigentin in Hamburg, von den Geheimnissen der Dirigierkunst und von ihrer Heimat Australien.

Auch die Superstars der Klassikszene berichten über ihre Erfahrungen mit Simone Young. Das Filmteam trifft Daniel Barenboim und Plácido Domingo, die der Künstlerin nicht nur ihre Bewunderung aussprechen, sondern auch überraschende Einblicke in das Dirigierhandwerk gewähren. Auch Skeptiker wie der Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender zollen der unangepassten Künstlerin Respekt. Darüber hinaus kommen Persönlichkeiten zu Wort, die in Simone Youngs künstlerischem und privatem Leben eine wichtige Rolle spielen: die Eltern in Sydney, Orchestermusiker und Sänger.

Simone Young ist eine impulsive und eloquente Persönlichkeit, die im traditionellen europäischen Kulturbetrieb für Aufsehen sorgt. Witz und Ironie auf der einen, künstlerische und politische Verantwortung auf der anderen Seite sind für die Dirigentin kein Widerspruch. Der Film zeigt, dass man bei Simone Young vor Überraschungen nicht sicher ist: So erfährt man unter anderem, warum in ihrer Mozart-Interpretation plötzlich eine Melodie von den Beatles auftaucht, und dass der australische Busch einen faszinierenden Zusammenhang zwischen Landschaft und Musik offenbart.