Synsopsis
WAGNERWAHN

WAGNERWAHN ist ein innovativer Genre-Mix aus Spielfilm, Musikdokumentation und animierten Comics. Der Film setzt sich kritisch mit Leben und Werk Richard Wagners auseinander und erzählt die Geschichte des ebenso berühmten wie umstrittenen deutschen Komponisten auf ungewöhnliche Weise: Historische Fakten werden in modernen Settings nacherzählt, analysiert und ausgedeutet. Wagner wird dabei zum Zeitgenossen eines heutigen Publikums.

Wagners Leben ist große Oper, sein Charakter extrem: ausschweifend, egomanisch, anarchisch bis zur Gesetzlosigkeit. Aber erst durch seine kongeniale Komplizin und zweite Ehefrau Cosima wird Wagner zu dem, was er ist.

 Im Mittelpunkt des Films steht das komplexe und von Skandalen begleitete Verhältnis zwischen Richard und Cosima Wagner. Samuel Finzi (Flemming, Kokowääh) und Pegah Ferydoni (Women Without Men, Türkisch für Anfänger) verkörpern das Pärchen, das kaum Skrupel kennt, wenn es darum geht, Wagners Interessen zu dienen und seinen Mythos zu errichten – eine Art “Bonnie & Clyde” der Kulturgeschichte. 

Wagners künstlerische Visionen sind ihrer Zeit weit voraus, seine Idee des „Gesamtkunstwerks“ hat den Film, insbesondere Hollywood geprägt. In Anspielung an diese Entwicklung wird die Geschichte des extravaganten Duos im Stil eines Hollywood-Melodrams der 50er Jahre erzählt. Die Szenen sind ausschließlich mit Wagners Musik orchestriert. Die Dialoge bauen auf Originalzitaten aus Wagners Briefen und Cosimas Tagebüchern auf.

 

Wagners Antisemitismus steht in einem irritierenden Widerspruch zu seinen universellen Werken. Seine schillernde Androgynität, seine Sucht nach Luxus, Ausschweifung, Parfüm und Seide sind dagegen ein Schlüssel zum Geheimnis seiner berauschenden und erotisch aufgeladenen Musik.



Auf dokumentarischer Ebene etabliert der Film eine Art Ermittlungslabor, das von modernen Crime Scene Investigation Serien inspiriert ist. Dort werden Fakten und Spekulationen miteinander konfrontiert. Wagner-Experten und Kenner wie der Chefdirigent der Pariser Oper Philippe Jordan, die Leiterin der Bayreuther Festspiele Katharina Wagner, die Bestseller-Autoren Oliver Hilmes und Eva Rieger, der Oxford-Professor Laurence Dreyfus und andere kommentieren Mythos und Machenschaften des streitbaren Komponisten.