Synsopsis
Chinas neue Musentempel

Nirgendwo auf der Welt sind jemals so viel neue Theater und Opernhäuser gebaut worden wie derzeit in China. Im ganzen Land schießen eindrucksvolle Musentempel wie die Pilze aus dem Boden: Etwa fünfzig sind gerade fertiggestellt worden oder stehen kurz vor ihrer Vollendung, mehrere Dutzend sind in Planung.

Eine Stadt, die etwas auf sich hält, glänzt mit einem repräsentativen Opernhaus. Das hat im Westen Tradition. Chinas Metropolen greifen diese Idee auf und setzen sie um – per Regierungsauftrag, in kürzester Frist und, wie es scheint, im ganz großen Stil.

Mit den neuen Opernhäusern schaffen sich die Städte bemerkenswerte Wahrzeichen. Es sind Vorzeigeprojekte auf Weltklasseniveau, sie werden von internationalen Star-Architekten entworfen und hochwertig ausgestattet. Doch was haben diese Häuser darüber hinaus zu bieten? Entwickelt sich China zum Opernparadies der Zukunft?

Filmemacher und Opernkenner Ralf Pleger begibt sich auf eine Erkundungstour durch China, besucht Mega-Citys und unbekannte Millionenstädte und blickt auf und hinter die Fassaden der neuen chinesischen Opernglitzerwelt. Er trifft Sänger und Musiker, junge Opernfans, chinesische Funktionäre und ausländische Auftragnehmer. Seine Begegnungen vermitteln erstaunliche Einblicke in das moderne chinesische Kulturleben und nicht zuletzt in die gegenwärtige junge chinesische Gesellschaft.

Beim Streifzug durch Chinas neue Opernhäuser stellt sich heraus, dass nicht überall, wo Oper draufsteht, auch Oper drin ist. Dennoch: Die hochmodernen Theatergebäude sind atemberaubend, ihre Möglichkeiten bewundernswert. Es sind vielgestaltige Repräsentationsbauten, in denen Musik, Kunst und Kultur mitsamt ihren gesellschaftlichen Komponenten betrieben, erneuert und kontrovers diskutiert werden sollen und müssen – jetzt und in naher Zukunft.

Der Film präsentiert damit erstmals ein Phänomen, das noch ganz in seiner Anfangsphase steckt und dessen Potenzial und Strahlkraft schon jetzt nicht nur Opernliebhaber fasziniert.